review: diablo III

:: intro

Nach 12 Jahren Entwicklungszeit hat Blizzard Entertainment am 15. Mai „Diablo III“ veröffentlicht. Ob sich diese lange Wartezeit gelohnt hat und wie sich das Teil spielen lässt lest ihr nun in der offiziellen Review auf zockerseele.com.

:: story

diablo III classes

Die Hauptgeschichte spielt wieder in der dunklen Fantasy-Welt Sanktuario, allerdings 20 Jahre nach den Geschehnissen von „Diablo II“. Zusammen mit seiner adoptierten Nichte Leah studiert der legendäre Weise Deckard Cain in der Kathedrale von Tristram antike Texte über eine dunkle Prophezeiung. Wie aus dem Nichts fällt plötzlich eine Art Stern vom Himmel herab, reißt einen Krater in die Kathedrale und zieht den armen Cain in die Tiefe.

Als einer von fünf spielbaren Charakteren (ihr habt die Wahl als Barbar, Dämonenjäger, Hexendoktor, Mönch oder Zauberer zu spielen, wobei ihr auch das Geschlecht auswählen könnt) erreicht ihr die mittelalterliche Stadt Neu-Tristram und wollt natürlich diesen Fall aufklären. Auf Leahs Geheiß macht ihr euch auf die Suche nach Cain und findet heraus, dass der gefallene Stern eine Person war, um die sich nun die packende Story entwickelt.

Hier soll nicht zuviel verraten werden. Alles in allem ist die Geschichte jedoch überzeugend, passt nahtlos ins „Diablo“-Universum und hält auch ein paar „nette“ Wendungen parat, die euch über die Spielzeit an den Bildschirm fesseln werden. Da in den Vorgängern fast alle Übel bekämpft wurden, bekommt ihr es hier mit den zwei niederen Übeln Belial und Azmodan zu tun.

Neben der Haupt-Story gibt es auch diverse kleine Nebenquests und Mini-Bosse, die besiegt werden müssen, um weiterkommen zu können. Manche dieser Quests sind außerdem zufällig und klassenabhängig, was für Abwechslung sorgt.

Insgesamt jedoch folgt ihr der Geschichte eher linear und müsst euch in vier Kapiteln durch vier Endgegner metzeln, um das Spiel erfolgreich abschließen zu können.

:: gameplay

diablo III skills
(oben: Die Fähigkeiten für die „Action Bar“)

Wie bei „Diablo“ üblich ist das Gameplay ebenso einfach wie legendär: Ihr braucht eigentlich nur die Maus, um Primär- und Sekundär-Angriffe ausführen zu können. Primärangriffe könnt ihr immer ausführen, die hängen von eurer getragenen Waffe ab. Sekundärangriffe verbrauchen Ressourcen; beim Dämonenjäger z.B. Hass und Disziplin, beim Zauberer Arkankraft, usw. Lediglich der Hexendoktor nutzt noch das klassische blaue Mana, wie man es von den Vorgängern kennt.

Die Tasten 1-4 auf der Tastatur sind nun nicht mehr für Tränke vorgesehen: Hier liegen eure Fähigkeiten der neuen „Action Bar“: Das sind zusätzliche Sonderfähigkeiten eurer Klasse, die ebenfalls Ressourcen verbrauchen. Im Laufe des Spiels könnt ihr durch Runen diese Fähigkeiten erweitern, wobei manchmal passieren kann, dass sich die Art der Fähigkeit ändert; bessere Runen bedeuten also nicht automatisch eine bessere Fähigkeit. Ihr müsst selbst herausfinden, was eurer Spielweise besser passt; etwas, was Blizzard eine Menge Kritik eingebracht hat, euch aber am Ende davon abhält, eure Klasse zu „verskillen“.

Außerdem könnt ihr noch aus einer ganzen Armada an passiven Fähigkeiten drei auswählen, die euch permanent im Kampf unterstützen sollen.

Der exzessive Einsatz von Tränken ist nicht mehr vorgesehen: Manatränke gibt es überhaupt nicht mehr, eure Zauberkräfte bauen sich über die Zeit von alleine wieder auf. Auch Heiltränke zu benutzen sollte man sich sparen: Die Gegner werfen Heilkugeln ab, die ihr nur anklicken und aufsammeln braucht, um euch und eure Gruppe zu heilen. Allerdings werdet ihr auf den späteren Schwierigkeitsgraden auf Heiltränke nicht verzichten können.

Anstatt drei gibt es inzwischen vier Schwierigkeitsgrade: Normal, Alptraum, Hölle und Inferno. Bis zum heutigen Tage haben es lediglich 1,9% der Spieler in den Inferno-Modus geschafft. Das ist ein sehr geringer Teil, wenn man bedenkt, dass das Spiel in der ersten Woche bereits 6,3 Millionen Mal verkauft wurde.

Auch das Gold müsst ihr euch nun schwer einteilen: Waffen sind keine 10.000de von Goldstücken mehr wert. Das meiste Gold wird für die Reparatur eurer Ausrüstung draufgehen, überhaupt, wenn ihr über Normal hinausspielt. Zudem gibt es noch den Schmied und den Juwelier, die ihr aufleveln könnt und insbesondere der Schmied will für seine Ausbildung unfassbar viel Gold.

Dann gibt es noch das Auktionshaus: Hier könnt ihr Gegenstände verkaufen oder erstehen, wenn ihr das nötige Gold habt. Ihr werdet beim Zocken jedoch nicht wirklich darauf angewiesen sein, es funktioniert auch nur außerhalb des Spiels.

:: grafik

diablo III wallpaper

Wurde früher auf die Havok-Engine gesetzt, hat man hier eine neue proprietäre Blizzard-Engine im Einsatz. Um möglichst viele PC-Systeme abdecken zu können hat man auf DirectX 10 verzichtet. Das ist aber kein Nachteil: Bisher sah noch kein „Diablo“ dermaßen gut aus. Auch die Kritik von manchen Beta-Spielern, die Welt wäre „zu bunt“ ist völliger Blödsinn: Endlich ist das Spiel mal in der Gegenwart angekommen, es gibt genug düstere Level, besonders im dritten Akt.

Alles in allem wirkt wirklich alles durchgestylt bis zum letzten Pixel. Das macht den Aufenthalt umso angenehmer. Die Umgebungen lassen sich außerdem zerstören oder in die Kämpfe miteinbeziehen. Auch spielen sich viele Szenen außerhalb der Dungeon-Perspektive ab: Mal sieht man eine Stadt mit Menschen in der Ferne oder einfach ein Abgrund, wo Zombies oder ähnliches Gewürm die Wände hochkrabbeln.

Bei der klassischen isometrischen Perspektive ist man hingegen geblieben. Das ist vielleicht das einzige, was ein wenig archaisch wirkt.

Die Zwischensequenzen, auch dafür ist Blizzard legendär, kommen sehr wohldosiert zum Einsatz und sind von überragender Qualität.

:: sound

diablo III soundtrack

Sehr schön für deutsche Zocker: Die perfekte deutsche Synchronisation. Hier hat man keine Kosten und Mühen gescheut sich sehr bekannte und gute Synchronsprecher für die Vertonung der Texte ins Boot zu holen. Das alleine macht schon ein bleibendes Erlebnis aus. Echt vorbildlich.

Russell Brower hat die Musik zum Spiel komponiert, eine Anlehnung an den Wagner-Style der letzten Expansion „Lord of Destruction“.

Viele Themen aus den Vorgängern, wie etwa das zu Tristram, sind in einer neuen Version erhalten geblieben.

Der Soundtrack ist gut, aber nicht zu düster. Zusammen mit der sehr guten Grafik und dem simplen Gameplay hat man alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht und der Serie einen hervorragenden Abschluss verpasst.

:: fazit

„Diablo“ ist halt „Diablo“, was will man da machen? Die spezielle Thematik über Himmel und Hölle, die eigens dafür kreiert wurde, das einfache und effektive Spielprinzip, die Musik und die Story mit teilweise schon legendären Charakteren; es ist und bleibt ein Meisterwerk. Gänsehaut garantiert für jeden, der schon einen der Vorgänger gezockt hat und lohnenswertes Neuland für die, die nun zum ersten Mal davon Wind kriegen. Ein Pflichtkauf.

Hinzu kommt ein überarbeitetes Fähigkeiten-System, coole Spielfiguren und eine sehr schöne, zeitgemäße Grafik. Eigentlich alles, aber auch wirklich alles richtig gemacht.

Wäre nicht diese Online-Gängelung: Ihr müsst IMMER online sein, selbst wenn ihr solo auf Monsterjagd geht. Das hat schon am 15. Mai und die Tage darauf für derbe Startschwierigkeiten gesorgt. Blizzard hat da zwar Besserung versprochen, doch bevor ich diesen Text hier geschrieben habe, wollte ich eigentlich zocken und bekam wieder diese Fehler-37-Meldung: „Die Server sind überlastet“. Zwischendurch bekommt man auch diverse andere blöde Fehlermeldungen von Zeit zu Zeit. Das ganze Theater hätte man sich eigentlich sparen können, hätte man den Solo-Modus offline gelassen. Permanent online zu sein macht wenig Sinn.

Auch könnt ihr ein einmal erstandenes Spiel nicht wieder weiterverkaufen: Blizzard verbietet euch das. Hier hat wieder mal DRM gesiegt, das eigentlich längst tot sein sollte und Blizzard hat sich mit dieser Entscheidung wohl keine Freunde gemacht. Insofern sind die katastrophalen Bewertungen vieler Spieler berechtigt.

Sorry, aber auch von mir gibt es hier ganz klar Punktabzug. Ich habe für das Spiel bezahlt, also will ich auch damit spielen können; wann und wo ich will. Das sind keine sonderlich guten Entwicklungen für Gamer.

Grafik: 9 von 10
Sound: 9 von 10
Gameplay: 9 von 10
– 1 Punkt Abzug von der Gesamtwertung: Nervige, unnötige Online-Gängelei

diablo III box art

.:_zockerseele.com_award_:.

Flattr this!

Wir akzeptieren auch Bitcoin-Spenden :-)


.: Social Bookmarks :.

Kommentar schreiben:

XHTML: Sie können folgende Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>