review: scarface

auf der games convention durfte man es ja bereits ein wenig anspielen und seit ende oktober ist es schliesslich auf dem markt erhältlich: das gangster-epos „scarface“, digital aufbereitet für ein interaktives spielerlebnis wahlweise für ps2 oder pc.

„you fucking cock-a-roach!“

eins gleich vorweg: deutsche synchronstimmen werdet ihr bei „scarface“ vergebens suchen, denn es hat keine deutsche lokalisierung von seiten sierras stattgefunden. meiner meinung nach ist das auch ganz gut so, denn so wird der gesamteindruck schon mal nicht durch schlechte synchro abgewertet. (für diesen test hier stand die amerikanische uncut-version zur verfügung.)

in dem game wird die geschichte des wild fluchenden, grössenwahnsinnigen und koksenden gangster-bosses kubanischer herkunft tony montana weitererzählt und zwar so, als wäre tony gegen ende des filmes nicht verreckt und in seinen hausbrunnen gefallen. dazu bekommt ihr wahrscheinlich den spektakulärsten einstieg in ein videospiel seit beginn dieser ära geboten, wo ihr erstmal eure haut vor den massen an gangstern retten müsst und natürlich nicht sosas schleichenden schützen vergessen, der euch im film den finalen schuss in den rücken setzt!

ein screenshot aus der eröffnungsszene:

scarface: screenshot 1

ihr lernt in den ersten minuten wie man leute abmurkst und ihr lernt den rage-modus kennen: nach jedem kill könnt ihr durch drücken der kreis-taste eure toten gegner zusätzlich verhöhnen, wodurch sich eure „rage“-anzeige füllt. blinkt der weisse kreis und ist die anzeige voll, dann könnt ihr durch halten der kreis-taste in den ego-rage-modus wechseln, wo ihr für eine kurze zeit unverwundbar seid und ihr durch jeden kill eure leben auffrischt. am anfang besteht eure mission aus der flucht aus eurem anwesen und schliesslich das wegfahren mit einem eurer autos. auf dem weg zu eurer karre begegnen euch massenweise gegner, was diese anfangssequenz nicht nur zu einer der genialsten und durchdachtesten, sondern auch zur wahrscheinlich blutigsten macht. habt ihr das auto gefunden und seid losgefahren, dann erst kommt der welcome-screen und sagt euch, dass ihr nun im videospiel „scarface“ seid!

„in this country, you gotta make the money first. then, when you get the money, you get the power. then, when you get the power, then you get the woman.“

da ihr durch diese aktion zwar überlebt, aber alles ausser eurem leben verloren habt, besteht eure aufgabe darin, miami zurückzuerobern und erneut zum gangster-papst zu werden. natürlich fangt ihr komplett bei 0 an. entgegen dem vorbild gta ist die stadt gleich von anfang an ziemlich frei zugänglich und lädt zur spritztour mit dem auto ein; ihr braucht euch nur eines auszusuchen.

durch eure frühe bekanntschaft felix leads lernt ihr dealer kennen, von denen ihr koks (im spiel auch „yeyo“ genannt) kaufen und an strassenjunkies verticken könnt. die „kunden“ werden auf eurer mini-map immer mit einem kleinen weissen punkt angezeigt. je nach euren verhandlungskünsten erhaltet ihr bei erfolgreichen geschäften zu beginn zwischen 6000$-10000$, bei nicht erfolgreichen gehen die dealer auf euch los, also solltet ihr entweder kontern, mit knarre oder eurer faust, oder flüchten. wenn ihr vertickt und den preis einsackt, dann den dealer tötet und euer koks zurückholt, füllt sich die „gang-heat“-anzeige, die euch sagt, dass gangster hinter euch her sind. ihr könnt diese anzeige durch erfolgreiche deals ohne zwischenfälle senken, oder ein paar dollars investieren, damit sich die anzeige leert. auch verhandlungen mit manchen g’s sind möglich, was entspannend wirkt. die deals und verhandlungen mit gangstern und polizei verlaufen nach dem selben schema: ihr müsst für eine gewisse zeit die kreis-taste gedrückt halten, damit sich ein roter kreis füllt. lasst ihr die kreis-taste rechtzeitig los, dann wart ihr erfolgreich. so vertickt ihr drogen, verhandelt mit g’s und beruhigt die polizei.

das ist bereits eine der ersten wichtigen lektionen des games „scarface“: mach‘ geld durch verticken. so könnt ihr euch schon bald in little havanna einkaufen (shops, zigarrenläden, autokinos…) und euer imperium zurückfordern. durch kaufen sogenannter „exotics“ und dem erfolgreichen bestehen von missionen, wird euer ruf ansteigen und das ist schliesslich die quintessenz für euer boss-leben. „exotics“ sind alle dinge, die euer leben schöner machen: autos, boote, fahrer, utensilien für eure villa, plattenlabels, etc. je mehr, desto besser, aber manches ist noch viel zu teuer.

scarface: screenshot 2

„scarface“ kam spät dieses jahr und trotzdem gehört es für mich zu den highlights des jahres 2006. die gesamtatmosphäre ist echt unschlagbar und man wähnt sich komplett im miama des films, des miami aus 1983. die grafik ist alles andere als schlecht, hat zwar ein paar fehler (z.b. clipping), besticht aber durch detailverliebtheit und geschwindigkeit. auch gibt es tag und nacht, gutes und schlechtes wetter.
der sound ist phänomenal: die synchro ist wahnsinn, selbst die lippen bewegen sich richtig zu den worten, die musik, die ALLES abdeckt von rock, hiphop, reggae und latino flavours ist der überhammer und die playlist ist riesig, die restlichen sounds eurer autos oder wasweissich, einfach vorbildlich und sehr gut.
beim gameplay werdet ihr den meisten spass wohl auf der ps2 und nicht auf eurem pc haben, denn bei der ps2 ist die steuerung fast wie butter. okay, man merkt, dass bei manchem der primus „gta“ pate stand, aber alles in allem sehr gut gelungen.

„i’m tony montana! you fuck wit me, you fuckin‘ wit da best!“

ich habe das game jetzt ein komplettes wochenende gezockt und habe die meiste zeit drogen vertickt und mit den leuten gelabert, mir die stadt angesehen. ich muss gestehen, dass ich ein echter gta-fan der ersten stunde bin, aber ich bin derzeit wirklich der meinung, dass „gta: vice city“ hier mit „scarface“ übertroffen wurde. tony montana hat einfach für mich mehr gewicht als tommy vercetti, der ja auch irgendwie von „scarface“ seinen stil hat. tonys erstes virtuelles abenteuer ist pflichtprogramm für alle liebhaber des films, gta-zocker und gangster-epos-lovers sowieso, im grossen und ganzen stimmt hier einfach alles. das warten hat sich durchaus gelohnt, das ergebnis ist rund geworden und ich kann mal wieder seit langem beruhigt sagen: wenn ihr eure kohle in dieses meisterwerk investiert, werdet ihr nicht enttäuscht sein. „scarface“ rockt!

scarface: cover

grafik: 8 von 10
sound: 10 von 10
gameplay: 8 von 10
+ ein bonuspunkt: hey, hier geht es schliesslich um tony montana und nicht um irgend so einen hans wurst!

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